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Jan 21

Sieben Tipps bei Trennung/Scheidung

 

Trotzdem Trennungen, Scheidungen alles andere als selten in unserer Gesellschaft geworden sind, überfällt es die Betroffenen, die Kinder, meist aus heiterem Himmel: Eine neue Wohnung muss angemietet werden, finanzielle Probleme und Streitigkeiten treten auf, die Kinder müssen die Schule wechseln: Das ganze Leben steht Kopf, vieles muss neu organisiert werden, nichts ist mehr wie vorher! Die frisch Getrennten stehen meist ganz plötzlich und hilflos vielen Fragen gegenüber: Welche Unterstützung brauche ich oder die Kinder? Auf was muss ich achten? Wie gehe ich mit meinem Ex-Mann zukünftig um, und, wie kann man die Kinder am besten unterstützen? Hier sind sieben Erste-Hilfe-Tipps zur Erst-Stärkung von Betroffenen Männern und Frauen:

  1. Überprüfen Sie Ihre Gedanken: Scheidung ist KEINE Schande, KEIN persönliches Versagen, sondern eine Ent-Scheidung! Sie und/oder Ihr Partner haben sich aus gutem Grund für die Trennung entschieden, oder aber Sie konnten einfach nicht mehr anders! Lassen Sie sich durch Ihr Umfeld nichts einreden: Sie sind weder eine schlechte Mutter, noch ist es Ihre Schuld, dass die Beziehung gescheitert ist.
  2. Sprechen Sie NIE schlecht vor den Kindern über Ihren Ex-Mann und horchen Sie die Kinder nicht über das Leben Ihres Ex aus! Ein Kind ist immer „halb Mama, halb Papa“, und wenn Sie schlecht über ihren Ex-Partner sprechen oder über ihn „herziehen“, dann kränken Sie auch Ihr Kind. Ihr Kind braucht jetzt die Zusage, beide Elternteile lieben zu dürfen und die Sicherheit Mama und Papa nicht zu verlieren.
  3. Haben Sie keine Scheu, sich rechtzeitig professionelle Unterstützung und Entlastung zu holen! Wir können im Leben nicht immer nur stark sein und auch Ihrer Seele kann einmal „die Luft ausgehen“! Vertrauen Sie sich Ihrem Hausarzt, einem Psychiater, an, suchen Sie das Gespräche mit Experten, z. B. Erziehungsberatung, Gesprächstherapie oder aber einen guten Coach. Vergessen Sie nicht einen Anwalt/eine Anwältin einzuschalten.
  4. Lernen Sie, zum Wohle Ihrer Kinder, zwischen Paarebene und Elternebene zu trennen: Als Paar gehen Sie von nun an getrennte Wege, Eltern bleiben Sie ein Leben lang! Vermeiden Sie es, in die Eltern-Kommunikation Konflikte aus der Paarbeziehung mit einzubringen und versuchen Sie mit Ihrem Ex-Partner einen gemeinsamen Weg zu finden, wie Sie als Eltern konstruktiv miteinander reden können.
  5. Gönnen Sie sich bewusst „Auszeiten“ von Ihrer Scheidung! Machen Sie, was Ihnen Spaß macht und Freude bereitet: Gehen Sie Ihren Leidenschaften nach, treiben Sie Sport, suchen Sie oft den Kontakt zu Freunden und der Familie.
  6. Können Sie sich vorstellen, dass Ihre aktuelle Lebenskrise einen Sinn hat, Ihnen etwas sagen möchte? Nichts passiert umsonst in diesem Leben! Suchen Sie die Botschaft hinter Ihrem Schmerz, Ihrer Wut, Ihrer Traurigkeit, Ihren psychosomatischen Beschwerden. Ihre Scheidung hat eine Bedeutung und einen Sinn. Glauben Sie fest daran!
  7. Anlaufstellen für Menschen in Trennungs- und Scheidungssituationen: Menschen in Trennungs- und Scheidungssituationen mit Kindern können sich zum Beispiel in einer Erziehungsberatungsstelle Unterstützung holen oder auch therapeutische Hilfe erhalten, wenn einen entsprechende Diagnose vorhanden ist. Auch das Jugendamt bietet eine Trennungs- und Scheidungsberatung sowie Vermittlung in Umgangsfragen an. Wenn kleine Kinder da sind, bieten die Schwangerenberatungsstellen ebenfalls unterstützende Gespräche an (bis zum dritten Lebensjahr). Weiter gibt es noch allgemeine Beratungsangebote unterschiedlicher Träger für Menschen in Lebenskrisen. Juristischen Beistand finden Sie bei Familienanwälten.

Margit List, 01.10.2015

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