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Jul 29

Gesund zum Höhepunkt! Spitzenleistung erbringen UND gesund bleiben!

von Margit List, 28.07.2016Los gehts

Burnout, Depression und vieles mehr!

Es klingt in unserer Zeit fast wie ein Märchen: Kann es möglich sein, dass Menschen maximale Höchstleistungen erbringen, ein Leben mit Freude lernen und trotz der vielen Arbeit körperlich und seelisch gesund bleiben können? Die Antwort ist: Ja, es geht! Burnout, Depressionen, Angsterkrankungen, Bluthochdruck sowie viele andere psychischen und psychosomatischen Erkrankungen steigen in unserem Gesellschaftssystem immer weiter an, rufen geradezu nach einer Veränderung der Beziehungskultur in Einrichtungen wie z.B. Unternehmen, Schulen, sowie nach einer veränderten internen Organisationsstruktur.

In stürmischen Zeiten Oberwasser behalten – Gerald Huether

Doch wie müsste die Art der Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern sein, so dass moderne Unternehmen in den stürmischen Zeiten stets Oberwasser behalten können, Mitarbeiter Lust haben sich maximal ins Unternehmen einzubringen, offen und lernbereit bleiben und vor allem: gesund und leistungsfähig? Auch: Spielt die Art der Beziehung zu Vorgesetzten und Mitarbeitern tatsächlich eine so tragende Rolle, so dass von ihr sowohl der Unternehmenserfolg wie auch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters abhängt? Ja, sagt hierzu Gerald Huether, Neurobiologe und Sachbuchautor. „Mitarbeiter müssen sich als Subjekte wahrgenommen fühlen.“ Menschen können ihr volles Potenzial nur bestmöglich entfalten, sich maximal einbringen und stets offen für Lernen bleiben, wenn sie als Subjekt, als Individuum, als eigenständige Persönlichkeit von ihrem Gegenüber wahrgenommen werden und nicht als Objekt, das austauschbar ist, instrumentalisiert und benutzt werden kann.

Produktionsfaktor Arbeit

Wir müssen aufhören Menschen zu “gebrauchen“, ihn als Produktionsfaktor „Arbeit“ zu sehen, den man mit Methoden und Techniken und vorgefertigten Prozessen beeinflussen kann. Das Unternehmen erfolgreich auf globalen Märkten sein können, bei denen sich die Marktbedingungen permanent ändern, brauchen sie eine Kultur der Begegnung im Unternehmen, bei dem es dem Mitarbeiter gut geht, er mit seinen Gefühlen, Ideen und Bedürfnissen gesehen wird und er das maximale an Gestaltungsspielraum bei Entscheidungen inne hat. Nur wenn sich der Mitarbeiter als Subjekt gesehen fühlt, ihm das Unternehmen etwas zutraut und er wenig Kontrolle, Vorschriften, Druck und Ratschläge erdulden muss, fühlt er sich wohl, und kann etwas „aus sich heraus“ entwickeln, seinen Willen und seine Ideen einbringen und so den Unternehmenserfolg aktiv, zielorientiert und leidenschaftlich mitzugestalten.

Auf Augenhöhe kommunizieren – Dialogische Führung

Dies werden jedoch keine Mitarbeiter sein, die „funktionieren“ und ihrem Vorgesetzten aufs Wort „folgen“, sondern diese innovativen und aktiven Mitarbeiter benötigen Führungskräfte, die mit ihnen auf Augenhöhe kommunizieren, ihnen Selbstverantwortung und Eigenkontrolle überlassen mit Verständnis, Wertschätzung und Respekt mit ihnen in den Dialog treten.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Führungskraft alles für seine Mitarbeiter tut, um sich selbst überflüssig zu machen, so dass die Mitarbeiter Freude daran haben, sich eigenständig um die Prozesse in der Einrichtung kümmern, diese gerne selbstverantwortlich übernehmen. Dies würde Kapazitäten bei der Führungskraft frei setzen, so dass er sich seinen eigentlichen Chefaufgaben, wie ein Bergführer, widmen kann: Den Mitarbeitern Zusammenhalt und Richtung geben.

Fazit: Mut zur Mitmenschlichkeit zahlt sich in Unternehmen tatsächlich in „Heller und Pfennig“ aus und Unternehmen sind in der Lage, gerade in stürmischen Zeiten, auf dem globalen Markt erfolgreich zu bestehen, sich anzupassen und auszuweiten: Denn: Ein Unternehmen besteht aus vielen individuellen, leistungsfähigen und hochbegabten Persönlichkeiten, die ihr Potential nur bestmöglich entfalten können, wenn sich die Führung mit ihrer Vorbildfunktion traut, ihnen tatsächlich als Menschen, ohne Ziel, Methode oder Funktion, zu begegnen.

 

Quelle:
Gerald Huether: „Mitarbeiter müssen sich als Subjekte wahrgenommen fühlen“, managerSeminare Verlags GmbH, https://www.youtube.com/watch?v=tccFK4CGDD8, veröffentlicht am 26.04.16